Was die Buchstaben im Energieausweis bedeuten
Von A+ bis H – und warum zwei Ausweise für dasselbe Haus unterschiedlich ausfallen können
Jeder Energieausweis enthält eine farbige Skala – von Grün für sehr effiziente Gebäude bis Rot für hohe Verbräuche. Der Buchstabe daneben ist die Energieeffizienzklasse. Sie muss seit einigen Jahren auch in Immobilienanzeigen stehen und ist damit für viele der erste Eindruck von einem Gebäude.
Was die Klasse konkret aussagt, wird dabei oft überschätzt. Sie bildet einen Kennwert ab – nicht den Komfort, nicht den baulichen Zustand und nicht die Frage, ob sich eine Sanierung lohnt.
Zwei Wege, ein Gebäude, zwei Ergebnisse
Der Verbrauchsausweis stützt sich auf die tatsächlichen Abrechnungen der vergangenen Jahre. Er zeigt, wie die bisherigen Bewohner geheizt haben. Ein sparsamer Haushalt in einem schlecht gedämmten Haus ergibt eine bessere Klasse, als das Gebäude verdient – ein Vielheizer in einem gut gedämmten Haus das Gegenteil.
Der Bedarfsausweis rechnet das Gebäude durch: Bauteile, Dämmung, Fenster, Anlagentechnik. Er beschreibt, was das Haus unabhängig vom Nutzerverhalten braucht. Das ist aufwendiger, aber es ist die Grundlage, auf der sich sinnvoll planen lässt.
Dass dasselbe Gebäude je nach Ausweisart unterschiedlich eingestuft wird, ist also kein Fehler, sondern folgt aus der Methode.
Was rechtlich gilt
Ein Energieausweis ist zehn Jahre gültig (§ 79 GModG). Bei Verkauf, Vermietung und Verpachtung muss er vorgelegt werden, und in der Immobilienanzeige sind bestimmte Angaben Pflicht – unter anderem Ausweisart, Energiekennwert, wesentlicher Energieträger, Baujahr und Effizienzklasse (§ 87 GModG). Fehlen sie oder wird ein Ausweis ohne Berechtigung ausgestellt, sind Bußgelder bis 10.000 Euro möglich (§ 108 GModG).
Für kleinere ältere Wohngebäude schreibt das Gesetz derzeit den Bedarfsausweis vor. Diese Regel gehört zu den Punkten, die sich mit der nächsten Stufe des Gesetzes ändern sollen – fragen Sie uns nach dem Stand, bevor Sie einen Ausweis beauftragen. Wir sagen Ihnen, welche Variante für Ihr Gebäude vorgeschrieben und welche fachlich sinnvoll ist.