Planungstisch mit Grundriss, Taschenrechner und Zollstock; im Hintergrund eine Wärmepumpe im Garten und ein wandhängendes Heizgerät mit Heizkörper
Bild mit KI generiert

Wärmepumpe oder Gasheizung? Was bei der Entscheidung wirklich zählt

Die Vorschrift gibt die Technik nicht mehr vor – Ihr Gebäude schon


Lange galt: Wer eine neue Heizung einbaut, muss zu 65 Prozent erneuerbare Energien nutzen. Diese Vorgabe gibt es nicht mehr. Mit dem Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG), dessen Heizungsteil seit Ende Juli 2026 gilt, ist die Technikwahl wieder offen: Wärmepumpe, Gas- oder Ölheizung, Biomasse, Hybridanlage, Stromdirektheizung oder der Anschluss an ein Wärmenetz stehen nebeneinander zur Wahl.

Das bedeutet allerdings nicht, dass die Entscheidung beliebig geworden ist. Für neu eingebaute Gas-, Heizöl- und Flüssiggasheizungen sieht das Gesetz einen ansteigenden Anteil klimaneutraler Brennstoffe vor: ab 2029 zehn Prozent, ab 2030 fünfzehn, ab 2035 dreißig und ab 2040 sechzig Prozent. Erfüllen lässt sich das über Biomethan, Bioöl, biogenes Flüssiggas oder Wasserstoff – oder über eine Hybridlösung, bei der etwa eine Solarthermieanlage einen Teil der Wärme liefert. Wie sich diese Brennstoffe preislich und in der Verfügbarkeit entwickeln, ist heute offen. Wer jetzt eine Gasheizung einbaut, trifft also eine Entscheidung, die über das Jahr 2029 hinausreicht.

Damit verschiebt sich die eigentliche Frage. Sie lautet nicht mehr „Was schreibt der Gesetzgeber vor?“, sondern „Was passt zu diesem Gebäude?“. Und diese Frage lässt sich rechnen.

Drei Werte entscheiden

Die Heizlast sagt, wie viel Wärmeleistung Ihr Gebäude an einem kalten Tag tatsächlich braucht. Sie wird nach DIN EN 12831 ermittelt, und zwar raumweise – denn ein Bad hat andere Anforderungen als ein Schlafzimmer. Viele bestehende Anlagen sind deutlich größer dimensioniert als nötig, weil sie nach Faustformeln ausgelegt wurden.

Die Vorlauftemperatur ist der Punkt, an dem sich Wärmepumpen entscheiden. Je niedriger die Temperatur, mit der das Heizungswasser zu den Heizflächen läuft, desto effizienter arbeitet eine Wärmepumpe. Bei hohen Vorlauftemperaturen steigt der Stromverbrauch spürbar.

Die Heizflächen bestimmen, welche Vorlauftemperatur überhaupt möglich ist. Eine Fußbodenheizung kommt mit niedrigen Temperaturen aus. Aber auch vorhandene Heizkörper sind oft größer, als sie sein müssten – nach einer Dämmung der Gebäudehülle erst recht. Ob sie ausreichen, ist eine Rechenfrage und keine Glaubensfrage.

Warum die Reihenfolge zählt

Wer zuerst die Gebäudehülle verbessert, senkt die Heizlast – und braucht anschließend eine kleinere, günstigere Anlage. Wer umgekehrt zuerst die Heizung tauscht, legt sie auf den heutigen, schlechteren Zustand aus und heizt danach womöglich jahrzehntelang mit einer überdimensionierten Anlage.

Wir rechnen Heizlast, Heizflächen und Systemtemperaturen für Ihr Gebäude durch und sagen Ihnen, welche Technik dazu passt – herstellerunabhängig und ohne Vorfestlegung.